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Patella
  Luxation
Die Patella, die Kniescheibe, ist ein Teil des Kniegelenkes. Das Kniegelenk ist ein sehr kompliziertes Gelenk, da in ihm nicht nur Scharnier-, sondern auch Drehbewegungen ausgeführt werden können. Achten Sie doch einmal darauf, wenn Sie den Fuß drehen, wie sich ihr Unterschenkel im Kniegelenk mit dreht. Um dies zu ermöglichen, finden wir mehr Strukturen in diesem Gelenk als in anderen. Die Menisken, als mandarinenförmige Gebilde zwischen Oberschenkel und Schienbein eingelagert, dienen als Drehgestelle. Zur zusätzlichen  Stabilisierung bedarf es neben kräftigen Seitenbändern des vorderen und hinteren Kreuzbandes. Einer der stärksten Muskeln des Körpers streckt das Kniegelenk. Er kommt vom Beckenbereich und setzt mit seiner Endsehne am vorderen oberen Ende des Unterschenkels an. Damit diese Sehne beim Abknicken ihre Funktion erfüllen kann, liegt in ihrem Ende die Kniescheibe, die wie ein Bob in seiner Bobbahn auf dem unteren Ende des Oberschenkels gleitet. Wenn die Kniescheibe ihre Bobbahn verlässt, nennt man das Patellaluxation. Dies kann zur inneren wie zur äußeren Seite geschehen. Die Ursachen hierfür sind oft sehr komplexer Natur.

Ursachen
Die einfachste und nicht erbliche tritt durch Gewalteinwirkung von außen ein. Die Bänder in der Gelenkkapsel, die der Kniescheibe den seitlichen Halt  geben, werden dadurch gedehnt oder reißen sogar. Da die Zugrichtung der Sehne, in der die Kniescheibe liegt, normalerweise gerade zu ihrer Gleitbahn ist, wird die Kniescheibe nur bei extremen Bewegungen aus ihrer Bahn herausrutschen.

Bei angeborenen Fehlstellungen, den sogenannten 0- oder X- Beinen, wird die Kniescheibe bei der Bewegung des Kniegelenks immer schräg zu ihrer Bahn gezogen. Hierdurch werden die Seitenbänder auf Dauer überlastet und dehnen sich. Bei 0-Beinen springt die Kniescheibe nach innen und bei X- Beinen   nach  außen  heraus. Besonders bei kleinen Hunden ist oft die Rinne, in der die Kniescheibe gleitet, unterentwickelt. Das allein kann die Ursache der Erkrankung sein. Oft ist die Unterwicklung der Rinne aber auch mit den Fehlstellungen oder ungewöhnlich starken  Drehbewegungen durch Laxheit der anderen Bänder der Kniegelenke verbunden. Da bei diesen erblich bedingten Patellaluxationen mit fortschreite dem Alter die Bänder durch dauern de   Überbeanspruchung    ihre Festigkeit verlieren, haben die betroffenen Tiere mit den Jahren zunehmende Probleme beim Laufen.

Unterschiedliche Schweregrade
Die Patellaluxation wird in vier verschiedene Ausprägungsgrade eingeteilt: Kann die Kniescheibe ihre Bahn nicht verlassen, liegt Grad 0 vor. Bei Grad l springt sie wieder spontan zurück. Die betroffenen Hunde zeigen bei dieser Ausprägung den typischen Wechselschrift. Eine Einteilung in Grad II und III wird vorgenommen, wenn die Kniescheibe zwar noch zurückverlagert werden kann, aber die Bewegungseinschränkungen zu nehmen. Ob und welche Therapie in diesen Fällen eingeleitet wird, muss im Einzelfall entschieden werden. Kann die Kniescheibe auch durch Manipulation des Untersuchers nicht mehr in ihre Rinne zurück verlagert werden (Grad IV), bestehen so erhebliche Bewegungsstörungen, dass nur noch eine Operation dem Hund die Lebensfreude wieder zurückbringt.

Je nach Ursache müssen unter schiedliche Verfahren gewählt werden. Eine Verlegung des Ansatzes des Bandes, in dem die Kniescheibe liegt, bringt sie in die korrekte Zugrichtung und verlagert sie wie der in ihre Bahn zurück. Ist diese aber zu flach, dann muss sie vertieft werden. Eine Raffung der seitlichen Kniescheibenbänder gibt zusätzlichen Halt, ist aber allein nie ausreichend. Sind mehrere Ursachen für die Luxation verantwortlich, muss oft eine Kombination verschiedener Operationsmethoden vorgenommen werden. Das Vorgehen entscheidet der Chirurg individuell bei jedem Hund nach einer gründlichen Voruntersuchung, zu der auch Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen gehören.
Quelltext: Dr. med. vet. Heinrich Grußendorf



 
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